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Situation von frauengeführten Betrieben in der Corona-Krise

dc.contributor.authorHaverkamp, Katarzyna
dc.contributor.authorDilekoglu, Kübra
dc.date.accessioned2021-01-18T12:21:02Z
dc.date.available2021-01-18T12:21:02Z
dc.date.issued2021de
dc.identifier.urihttp://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?gs-1/17723
dc.description.abstractDie Corona-Krise traf die Handwerksunternehmen im Frühjahr 2020 völlig unerwartet und konfrontierte Unternehmerinnen und Unternehmer mit plötzlichen Auftrags- und Umsatzrückgängen und nachhaltiger Verunsicherung. Diese Studie untersucht die Situation von frauengeführten Betrieben im Berliner Handwerk vor dem zweiten Lockdown im Winter 2020/21. Auf Basis einer Interviewserie wird die Situation der Betriebe erfasst sowie individuelle und betrieblichen Bewältigungsstrategien, das Informationsverhalten in der Krise und die Rolle von Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen analysiert. Zentrale Ergebnisse sind dabei: - Der Ausbruch der Pandemie im Frühling 2020 sowie die damit verbundenen ersten Lockdown-Maßnahmen führten zu einer starken Verunsicherung der gewerblichen Wirtschaft und starken Umsatzeinbußen. Erholungseffekte im Sommer 2020 zeigten sich überwiegend in Handwerken für den privaten Bedarf und in Gesundheitshandwerken. Handwerke für den gewerblichen Bedarf berichten häufiger von einer nachhaltigen Auftragsschwäche. - Die Soforthilfe wurde sehr häufig in Anspruch genommen, positiv bewertet und stellte für die meisten Betriebe die zentrale Stabilisierungsmaßnahme dar. Die Überbrückungshilfen wurden nur vereinzelt in Anspruch genommen, da die Schwellenwerte für Umsatzrückgänge aus Handwerkssicht sehr hoch angesetzt waren. Nur einzelne Betriebe nutzten die Möglichkeiten der Stundungen, der Kreditaufnahme oder beantragten das Kurzarbeitergeld. Die Inanspruchnahme dieser Maßnahmen war mit höheren bürokratischen Hürden verbunden. - Informationen zu Hilfeprogrammen und erforderlichen Lockdown-Maßnahmen erreichten die Betriebe über vier Informationskanäle: Massenmedien, Newsletter (der Kammern, Verbände oder Berufsgenossenschaften), Unternehmensnetzwerke und Steuerberatende. Insbesondere die kompakte und zielgerichtete Informationsweiterleitung über Newsletter der Kammern und Berufs- genossenschaften wurde von den Betrieben positiv bewertet. - Betriebsinhaberinnen mit kleinen Kindern wurden im ersten Lockdown sehr stark belastet. Ein verlässliches Betreuungsangebot und angepasste Regelungen zum Elterngeld spielen für junge Unternehmerinnen eine zentrale Rolle. - Digitalisierungsmaßnahmen wurden in der Krise primär als Anpassungsreaktionen umgesetzt, nur vereinzelt kam es zur strategischen Neuausrichtung. Gleichzeitig berichten einzelne Betriebe von der Einstellung der Innovations- und Investitionstätigkeit. - Die betrieblichen Reserven wurden durch die Krise erheblich beansprucht; es fehlen in der Folge Mittel für die Geschäftsentwicklung und Zukunftsinvestitionen. - Zukunftsrisiken werden im Zusammenhang mit der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und mit der steuerlichen Behandlung der Zuschüsse geäußert. Auf Basis der Interviewergebnisse lassen sich folgende Schlussfolgerungen und Empfehlungen ableiten: - Zentrale Forderung der Befragten ist die bessere Planbarkeit, Verlässlichkeit und Kommunikation der öffentlichen Maßnahmen. Insgesamt zeigen die befragten Unternehmerinnen viel Verständnis für die Schwierigkeit der Lage, weniger Verständnis für häufige und kurzfristige Änderungen des bestehenden Regelwerks. - Als sehr hilfreich erweist sich aus betrieblicher Sicht eine gute Informationspolitik. Diese schließt sowohl eine gezielte Aufbereitung der Informationen für die gewerbliche Wirtschaft in den Massenmedien als auch kompakte Informationsverbreitung in Form von Newslettern der Kammern, Verbände und Berufsgenossenschaften ein. - Bei der Neuausrichtung von Hilfsprogrammen und Liquiditätshilfen gilt es, flexible Schwellenwerte für indirekt betroffene Unternehmen anzuwenden und die Regelwerke sowie Zugangskriterien zu vereinfachen. - Da die betrieblichen Reserven für zukunftsorientierte Investitionspolitik in der Krise übermäßig beansprucht wurden, gilt es auch, mittelfristig Förderprogramme für innovative Investitionstätigkeit zu verstärken. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich Unternehmerinnen seltener als Unternehmer in ihren Investitionsvorhaben auf Kredite verlassen, sodass Zuschussförderung als die bevorzugte Maßnahme zur Stärkung von frauengeführten Betrieben einzustufen ist. - Selbstständige Frauen in der Familiengründungphase sind auf eine verlässliche Betreuungssituation und krisenbedingte Anpassungen der Elterngeldregelungen angewiesen.de
dc.format.extent30de
dc.language.isodeude
dc.publisherVolkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingende
dc.subjectBetriebsführung; Corona-Krise; Handwerk; Unternehmerinnende
dc.titleSituation von frauengeführten Betrieben in der Corona-Krisede
dc.typemonographde
dc.identifier.doi10.3249/2364-3897-gbh-49
dc.type.versionpublishedVersionde
dc.bibliographicCitation.volume49de
dc.relation.ispartofseriesGöttinger Beiträge zur Handwerksforschungde
dc.description.statusunKnownde


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