Die Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Georg-August-Universität Göttingen will Schritt für Schritt das Potenzial der Göttinger Hochschulen und der sonstigen wissenschaftlichen Einrichtungen auch für die arbeitsweltliche Wissensnachfrage und nicht zuletzt Forschungsbedarfe erschließen. Durch eine gemeinsame Einrichtung an den Hochschulen sollen überkommene Berührungsvorbehalte abgebaut und Anbahnungsbarrieren überwunden werden. Themen der Arbeitswelt sollen einen angemessenen Platz in Forschung, Lehre und Weiterbildung finden. Auch den Wissenschaften soll der Zugang zu arbeitsweltlichen Forschungsfragen erleichtert werden. Dazu müssen die spezifischen Praxisbedürfnisse stärker als bisher erhoben, aufbereitet und eingebracht werden. Nicht zuletzt wird damit ein Beitrag zur weiteren regionalen Verankerung der Hochschulen geleistet.

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  • Monograph

    Arbeitszeit und Arbeitsbelastung von Lehrkräften an Frankfurter Schulen 2020 

    Mußmann, Frank; Hardwig, Thomas; Riethmüller, Martin; Klötzer, Stefan; Peters, Stefan
    Georg-August-Universität Göttingen, Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften: Göttingen, 2020
    Im Rahmen einer repräsentativen, empirischen Studie wurden die Arbeitszeit, die Arbeitsbelastungen und die Arbeitsbedingungen Frankfurter Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen untersucht. Die Studie zeichnet sich durch einen integrierten Ansatz der Ermittlung von Arbeitszeit und den Belastungswirkungen verschiedener weiterer Belastungsfaktoren aus. Von 4.555 Frankfurter Lehrkräften nahmen 1.477 Lehrkräfte aus 69 Schulen an der Gesamtstudie teil. Davon konnten die Arbeitszeitdaten von 1.199 Lehrkräften nach Qualitätssicherung für die Arbeitszeiterhebung ausgewertet werden. Die Ergebnisse für Grundschule, Integrierte und Kooperative Gesamtschule sowie Gymnasium sind repräsentativ, für BBS nicht. Für die einzelnen Schulformen wurden der tatsächlichen Umfang, die zeitliche Lage sowie die Zeit- und Tätigkeitsstruktur in einem Zeitraum von bis zu 4 Wochen erhoben. Methodische Grundlage war ein normenkonformes und praxistaugliches Verfahren zur Erfassung und Systematisierung von Lehrer-Arbeitszeit, das in der Niedersächsischen Arbeitszeitstudie 2015/2016 entwickelt worden ist. Die Frankfurter Arbeitszeit-Daten wurden auf der Referenzbasis der Niedersachsenstudie auf Jahreswerte hochgerechnet und in einem Soll-Ist-Vergleich mit den Normvorgaben verglichen. Es liegen differenzierte Auswertungen vor (Schulformen; Klassenstufen, Beschäftigungsumfang; Geschlecht; Alter). 1.477 Lehrkräfte beantworteten zudem Fragen zur Arbeitssituation auf der Grundlage eines arbeitswissenschaftlichen Belastungs-Beanspruchungs-Modells und erprobter Erhebungsinstrumente (u.a. der „DGB-Index Gute Arbeit“). Differenziert nach Schulformen werden die psychische Belastung und Beanspruchung vorgestellt: Für die Arbeitsbedingungen, für spezifische aus der Tätigkeit einer Lehrkraft resultierende Anforderungen sowie Einflüsse aus der Schulsituation (Infrastruktur, soziale Herausforderungen). Darüber hinaus erfolgen Auswertungen zur Bereitschaft zur Digitalisierung, zum Spannungsfeld unterrichtlicher und außerunterrichtlicher Aufgaben, zu Motiven für Teilzeitarbeit und Frühpensionierung sowie zu Stress, Coping, Gesundheit und Personal Burnout. Die Arbeitsbedingungen von Frankfurter Lehrkräften unterscheiden sich von allen vergleichbaren Beschäftigtengruppen durch eine höhere Arbeitsintensität, höhere emotionale Beanspruchungen und ungünstigere Lage der Arbeitszeit sowie Problemen bei der Work-Life-Balance. Entsprechend sind auch schwächere Bindungen an den Arbeitgeber, schlechtere Einschätzungen zu Gesundheit und Burnout zu verzeichnen. Die Unterschiede zwischen Lehrkräften unterschiedlicher Schulformen und Bundesländern sind dagegen gering. Zentrales Ergebnis der Studie: Es besteht Handlungsbedarf, die Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen humanverträglicher und gesundheitsförderlicher zu regeln. Dazu gehören eine Überprüfung und Anpassung der Arbeitsaufgaben von Lehrkräften, eine fairere Verteilung der Arbeitsbelastungen, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie präventive Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Dies kann im Rahmen einer ganzheitlichen Arbeitspolitik realisiert werden. Außerdem scheint eine grundlegende Überarbeitung von Arbeitszeitverordnungen für Lehrkräfte angezeigt.
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