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    • Monograph

      Nachhaltigkeitsindikatorik für das Handwerk 

      Dilekoglu, Kübra; Proeger, Till; Meub, Lukas
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 58
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2021
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    • Monograph

      Plattformökonomie im Handwerk 

      Alhusen, Harm; Bizer, Kilian; Dilekoglu, Kübra; Meub, Lukas; Proeger, Till; Thonipara, Anita
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 57
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2021
      Das Entstehen der Plattformökonomie und die damit verbundene Konzentration von Daten- nutzung und -zugang sind zentrale Zukunftsherausforderungen für Handwerksunternehmen. Diese Studie untersucht die Entwicklungen der Plattformökonomie und deren ökonomische Auswirkungen für das Handwerk. Dafür ist die Studie in zwei Abschnitte gegliedert: Der erste Teil erläutert theoretische Grundlagen und Funktionsweisen der Plattformökonomie. Im zweiten Teil wird empirisch auf Basis von Experteninterviews die Entwicklung von Platt- formökonomie und Datennutzung im Handwerk untersucht. Hierfür werden zunächst die aus Expertensicht derzeit wichtigsten Plattformen identifiziert und eine Zuordnung zu den verschie- denen Typen von Plattformen vorgenommen. Wesentliche Ergebnisse der Studie sind: Chancen, Risiken und Herausforderungen  Zentrale Chancen der Plattform-Nutzung liegen in der effizienten Kundenakquise, der Reduzierung des Aufwands für innerbetriebliche Verwaltung sowie der Auftragsabwicklung. Sie ermöglichen eine bessere Spezialisierung auf Marktnischen und daraus resultierend die Akquise besser bezahlter Aufträge. Damit verbunden können in enger Zusammenarbeit mit Plattformen innovative Geschäftsmodelle umgesetzt werden, vor allem im After-Sales-Bereich.  Risiken liegen in der - aufgrund von Netzwerkeffekten - raschen Etablierung einer oder weniger Plattformen für Handwerksdienstleistungen, welche Einzelunternehmen in ihrer Unabhängigkeit beschneiden kann. Dem entgegen steht die derzeit starke Marktposition der Handwerksunternehmen. Das von den Plattformen ausgehende Risiko wird entsprechend laut den befragten Experten von Betrieben als gering eingeschätzt.  Erfahrungen aus dem Bereich der Augenoptiker oder dem Dachdecker-Handwerk zeigen allerdings, dass Plattformen unerwartet schnell in einen Markt eindringen und bedeutende Marktanteile für sich sichern können.  Angetrieben wird diese Tendenz von den industriellen Herstellern, die aufgrund der Auftragslast im Handwerk zunehmend nach Möglichkeiten zum Direktkontakt mit Endkunden suchen, wobei Plattformen eine zentrale Rolle für den Kontakt zum Endkunden spielen. Eine weitere treibende Kraft dabei ist auch die Übernahme von Koordinierungsfunktionen zwischen Gewerken durch Plattform-Betreiber, die einen erheblichen Kundennutzen bedeuten würden.  Die Herausforderung besteht schließlich in der Datennutzung, sofern ein Datenzugang besteht. Diese kann von Einzelbetrieben nur in Ausnahmefällen geleistet werden, sodass der Aufbau kooperativer Strukturen erforderlich wird; anderenfalls ist eine mittelfristige Übernahme der Funktionen durch Plattform-Betreiber realistisch. Beispiele für zunehmend stark datengetriebene Geschäftsmodelle sind dabei die Zahntechniker, Tischler und Feinwerkmechaniker. Bereiche dynamischer Entwicklung  Eine hohe Dynamik bei Plattformen wird dort erwartet, wo skalierbare Industrie- produkte hinter einer Dienstleistung stehen oder die Fertigung digital unterstützt ist.  Bereits besonders stark betroffen sind die Bereiche Kfz, SHK und Elektro sowie das Baugewerbe. Dies liegt zum einem an dem oftmals bereits starken Digitalisierungsgrad dieser Gewerke, welcher die Nutzung von Plattformen deutlich erleichtert. Zum ande- ren verwenden diese Bereiche skalierfähige, vernetzbare Produkte. Dieser Umstand macht es für die Industrie besonders interessant, in diesen Gewerken datenzentrierte Plattformen zur Vernetzung der elektronisch vernetzbaren Produkte aufzubauen. Der Aufbau dieser Plattformen kann mittelfristig der Industrie ermöglichen, direkt an End- kunden heranzutreten und sich weitere Marktanteile im After-Sales-Bereich zu sichern.  Perspektivisch schwach betroffen sind Branchen mit vorrangig personenbezogenen Dienstleistungen, bspw. Frisöre, Kosmetiker, Fleischer und Bäcker. Die Dienstleistun- gen und Produkte dieser Gewerke lassen sich nur schwer auf datenzentrierten Platt- formen organisieren, was eine Monopolbildung durch Plattform-Anbieter entsprechend verhindert. Entwicklungsperspektiven  Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und deren Umsetzung auf Plattformen wird zu Prozessoptimierungen führen und Betriebe um einen Teil der betriebswirt- schaftlichen Prozesse erleichtern. Betriebe müssen dabei die Entscheidung treffen, wie weit die betriebswirtschaftliche Steuerung an Plattform-Betreiber abgegeben wird. Deren Vorteile liegen in der möglichen stärkeren Konzentration auf die handwerkliche Tätigkeit und mögliche Spezialisierungsgewinne, Nachteile im stärkeren Wettbewerb innerhalb von digitalen Ökosystemen und dem teilweisen Verlust an unmittelbarer Steuerungsfähigkeit.  Zentrale Nutzungshemmnisse bei der plattformbezogenen Transformation des Hand- werks liegen in der konjunkturell bedingt bislang geringen Notwendigkeit der Auftragsakquise über Plattformen sowie der Skepsis handwerksexternen Akteuren gegenüber. Der Aufbau von Plattform-Lösungen durch handwerksinterne Akteure ist daher eine mögliche Lösung.  Insbesondere im Hinblick auf die Branchen mit zunehmend starker Datennutzung ist ein wichtiger Entwicklungspfad die Polarisierung bei den Betriebsgrößen: Große Hand- werksbetriebe sind in der Lage, komplexere Prozesse umzusetzen und dadurch neue Geschäftsmodelle aufzubauen. Kleinstbetriebe verlieren tendenziell an Unabhängig- keit gegenüber von Betreibern von Plattform-Modellen, während mittlere Betriebe ent- weder Nischen besetzen, wachsen oder ebenfalls abhängigere Positionen in Wert- schöpfungsketten besetzen.  Die Vernetzung und Datenverarbeitung im Internet der Dinge entwickelt sich dyna- misch, wodurch der Zugang zu den entstehenden Daten für die künftige Marktposition entscheidend ist. Neben der rechtlichen Frage offener Schnittstellenstandards ist jedoch die praktische Frage der Fähigkeit zur Nutzung der Daten entscheidend. Die effektive Fähigkeit zum Aufbau von datenbasierten Geschäftsmodellen liegt primär bei großen Unternehmen, Verbünden aus dem Handwerk oder aber bei handwerks- externen Betrieben aus Industrie und Handel, was zwangsläufig - auch im Falle von freien Datenzugängen - zu zum Teil gravierenden Umstrukturierungen der Märkte führen wird.  Infolgedessen besteht eine Herausforderung für die betroffenen Branchen des Handwerks darin, kooperative Strukturen zwischen Handwerk, Handel und Industrie aufzubauen, um in den neu strukturierten Wertschöpfungsketten einen Einfluss der Handwerksperspektive zu erhalten.  Eine Möglichkeit, den Einfluss zu verstärken wäre - neben dem Aufbau von Kooperationen - der Aufbau und die Erprobung handwerkseigener Plattform-Lösungen, die als tendenziell neutrale Akteure zwischen Betrieben, Handwerksorganisation und handwerksexternen Akteuren konzipiert werden könnten. Hierbei besteht ein Trade-Off zwischen der stärkeren Beeinflussung der Entwicklung und Kosten sowie dem Entwicklungsrisiko der Eigenentwicklung. Handlungsfelder  Handwerksunternehmen werden vor allem im B2B-Bereich über datenzentrierte Plattformen zunehmend Veränderungsdruck erfahren, der durch die Marktdurchsetzung von skalierbaren, vernetzbaren Industrieprodukten und digitalen Fertigungsmethoden getrieben wird. Handwerksunternehmen und -organisationen müssen sich in dieser Entwicklung auf allen Ebenen konstruktiv einbringen, wenn sie (noch) Einfluss auf die Entwicklung nehmen wollen.  Durch das vermehrte Aufkommen von datenzentrierten, herstellerbetriebenen Plattformen wird in Zukunft eine einheitliche Regulierung von Schnittstellen notwendig sein, die einen weitgehend offenen Datenzugang ermöglicht. Dieser erfordert jedoch im nächsten Schritt die Umsetzung der verfügbar gemachten Daten in Geschäftsmodelle, was als gemeinsame Entwicklungsaufgabe des Handwerks verstanden werden muss.  Die Datennutzung und das Gewicht von Plattformen werden für die Marktposition kleiner und großer Handwerksunternehmen einen polarisierenden Effekt haben. Eine Begleitung und Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle von beiden Gruppen von Unternehmen ist erforderlich, um innovative Vorreiter zu stärken und gleichzeitig die Transformation veränderungsbedürftiger Geschäftsmodelle zu unterstützen.  Die konjunkturell nachvollziehbare Zurückhaltung bei der Adaption von Plattform- Lösungen in der Breite des Handwerks schwächt die künftige Marktposition der Betriebe und stärkt die Anreize für handwerksexterne Akteure, eigene Lösungen aufzubauen und diese am Markt durchzusetzen. Um künftige Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, ist daher die sektor- und branchenübergreifende Entwicklung von Plattformen, Datennutzungsmodellen und Geschäftsmodellen aus der Initiative des Handwerks heraus zwingend erforderlich, auch wenn diese mit Kosten und Entwicklungsrisiken verbunden ist.
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      Analyse des Digitalisierungsgrads von Bildungseinrichtungen auf Basis von Webscraping 

      Proeger, Till; Meub, Lukas; Pölert, Hauke
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 56
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2021
      Diese Vorstudie zeigt beispielhaft, wie mit der Methodik des Webscrapings, d.h. einem systematischen Abruf und statistischer Analyse von Webseiten, Erkenntnisse über Bildungseinrichtungen gewonnen werden. Anhand von zwei Teilstudien über 200 niedersächsische sowie 173 Bildungseinrichtungen aus Nordrhein-Westfalen wird eine strukturelle und inhaltsbezogene Analyse der Webseiten durchgeführt. Der Fokus liegt dabei auf dem Digitalisierungsgrad und der Nutzung digitaler Technologien durch die Bildungseinrichtungen. Übergreifend zeigt die Studie:  Webscraping ist ein geeignetes Werkzeug zur umfassenden und tagesaktuellen Analyse von Bildungseinrichtungen insbesondere im Hinblick auf deren Digitalisierungsgrad und die Nutzung zentraler Technologien.  Webscraping weist eine Reihe von Vorteilen gegenüber klassischen Befragungen auf, wobei insbesondere die effiziente Nutzung größerer Stichproben bei begrenztem Aufwand sowie die Möglichkeit zur wiederholten Abfrage von Informationen zentrale Vorteile darstellen.  Die regelmäßige Analyse der Webseiten ermöglicht ein dauerhaftes regionales bis deutschlandweites Monitoring von Veränderungen im Digitalisierungsverhalten. Dies ermöglicht es, die Wirkung von Förderprogrammen oder Beratungsleistungen, etwa zwischen Bundesländern oder Schulträgern, zu evaluieren.  Insbesondere können die Webseiten transparent in Bezug auf die Nutzung spezifischer Technologien, Apps, Plattformen oder sozialen Netzwerken analysiert werden. Hiermit lässt sich effizient zeigen, welche Schulen mit welchen Technologien werben, welche Regionen sich in technologischer Hinsicht dynamisch entwickeln und wo Marktpotenziale für einzelne Technologien bestehen.  Webscraping ermöglicht es, in deutschlandweiten Stichproben bei Bildungseinrich- tungen Vorreiter und Nachzügler im Hinblick auf das Digitalisierungsverhalten zu identifizieren, regionale, bundeslandbezogene und deutschlandweite Vergleichs- gruppen zu bilden sowie diese kartografisch darzustellen.  Ebenso kann der Zusammenhang der soziodemografischen Eigenschaften von Regionen mit den Ergebnissen des Webscrapings untersucht werden, etwa im Hinblick darauf, welche systematischen Unterschiede zwischen dem Digitalisierungsverhalten von Bildungseinrichtungen in Stadt und Land oder zwischen Regionen mit unterschiedlichem Wohlstandsniveau bestehen. Übergreifend stellt Webscraping ein innovatives und effizient einsetzbares Instrument für die systematische Analyse der Entwicklung von Bildungseinrichtungen im Feld der Digitalisierung dar.
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      Webscraping als Instrument zur tagesaktuellen und umfassenden digitalen Analyse des Handwerks 

      Proeger, Till; Meub, Lukas; Bizer, Kilian
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 55
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2021
      Auf Basis der Handwerksrolle der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen analysiert diese Studie die digitalen Präsenzen der Mitgliedsbetriebe. Von den 7.422 Betrieben des Kammerbezirks (Stand Frühjahr 2020) sind rund 90 % der Betriebe im Internet auffindbar; eine eigene Website unterhalten 3.661 Betriebe. Diese Webseiten wurden für eine Webscraping-Analyse genutzt. Die Studie illustriert dabei das große Potenzial des Webscrapings für die Informations- gewinnung über die Betriebe eines Kammerbezirks. Durch das effiziente Durchsuchen aller durch die Betriebe veröffentlichten Inhalte können allgemeine Aussagen über den Kammer- bezirk, über Gewerbegruppen oder einzelne Gewerke getroffen werden, die auf einer strategischen Ebene bei der Entscheidungsfindung unterstützen können. Ebenso kann auf operativer Ebene die Suche nach Betrieben mit spezifischen Eigenschaften, Zielen oder Technologien deutlich effizienter und umfassender erfolgen, was für die Ausrichtung von Angeboten der Kammer von großem Vorteil sein kann. Um die breite Einsetzbarkeit des Webscrapings zu illustrieren, werden folgende Auswertungen beispielhaft vorgenommen:  Strukturanalyse der digitalen Präsenz des Handwerks im Kammerbezirk, die eine umfassende Stärken-Schwächen-Analyse ihres Digitalisierungsgrads im Bereich des Marketings ermöglicht.  Eine Analyse der Verlinkungen auf allen Webseiten, die Aufschluss über Vernetzungsstrukturen und Einbindung in Wertschöpfungsketten der Betriebe gibt.  Eine Strukturanalyse der Nutzung von Social Media als Ergänzung oder Substitut der Webseiten.  Eine Detailsuche nach der DSGVO-Kompatibilität der untersuchten Webseiten.  Eine Strukturanalyse der digitalen Fachkräftegewinnung sowie Identifikation von digital besonders aktiven Betrieben, die als Best-Practice-Beispiel dienen können.  Eine Analyse der Innovationstätigkeit der Betriebe durch eine Stichwortsuche aktueller, innovativer Technologien.  Eine Detailsuche nach der Nutzung von 3D-Druck und Drohnen und eine kartografische Darstellung der Betriebe, die diese Technologien nutzen.  Eine Analyse, welche Betriebe Forschungsvernetzungen pflegen und welche Betriebe Online-Shops betreiben.  Eine Strukturanalyse der Reaktion der Betriebe auf die Corona-Lage. Für alle diese beispielhaft herausgegriffenen Bereiche können sowohl strukturelle Aussagen getroffen als auch individuelle Betriebe identifiziert werden.
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      Social Media-Nutzung im Handwerk 

      Meub, Lukas; Proeger, Till; Wagner, Katharina
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 54
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2021
      Social Media-Plattformen nehmen eine zunehmend wichtige Stellung bei der Vermarktung handwerklicher Produkte und Dienstleistungen ein. Insbesondere die Einschränkungen der Corona-Krise haben in vielen Branchen die Notwendigkeit der Entwicklung digitaler Marketingkanäle verdeutlicht. Gleichzeitig bestehen bislang keine Studien zur Nutzung von Social Media im Handwerk, die belastbare Rückschlüsse, insbesondere in Folge von Corona-Krise, ermöglichen. Die vorliegende Studie setzt hier an und analysiert dafür die Instagram-Profile von rund 1.000 Handwerksbetrieben aus 25 Gewerben. Dabei können eine Reihe von grundlegenden Erkenntnissen abgeleitet werden:  Die Betriebe nutzen Instagram im Rahmen von überregional wirksamen Geschäftsmodellen.  Über 90 % der Betriebe verweisen auf ihre Webseite, sodass Instagram als zusätzlicher Werbekanal für den eigenen Internetauftritt genutzt wird.  Die Aktivitätsniveaus anhand von Posts und Followern variiert stark zwischen den betrachteten Gewerben.  Besonders aktiv sind Bäcker, Bauunternehmen, Heizungsbauer sowie – auf etwas geringerem Niveau – Zweiradmechaniker, Fleischer, Maler, Feinwerkmechaniker, Maurer und Kälteanlagenmechaniker. Es zeigt sich somit ein Schwerpunkt der Nutzung von Instagram als bildorientierte Social Media-Plattform bei den Nahrungs- mittelhandwerken, in Teilen des Baubereichs sowie bei den Zweiradmechanikern.  Hinsichtlich des Anmeldungszeitpunktes zeigen sich schwache Hinweise für einen Corona-Effekt bei den Neuanmeldungen in den – aufgrund ihrer Ladengeschäfte – besonders stark von den Corona-Maßnahmen betroffenen Gewerben  Es zeigen sich jedoch keine Hinweise auf ein generell höheres Aktivitätsniveau im Sinne einer stärkeren Digitalisierungsorientierung im Handwerk in Folge von Corona unter allen übrigen betrachteten Gewerben.  Auf qualitativer Ebene zeigt sich eine deutliche Trennung zwischen Betrieben, die Instagram im Sinne eines professionellen Social Media-Marketings nutzen gegenüber jenen ohne klare Strategie, mit wenig Einsatz oder in einer Vermischung von privaten und betrieblichen Posts. Dies lässt auf Beratungsbedarf und -interesse bei der Optimierung des eigenen Instagram-Auftritts sowie zu dessen Einsatz im Rahmen einer betrieblichen Digitalisierungsstrategie schließen. Übergreifend kann die Studie erste Nutzungsschwerpunkte und -muster des Handwerks auf Instagram identifizieren und Hinweise auf Corona-Effekte bei der Digitalisierung des Marketings geben.
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      Digitale Spaltung oder Überwindung des Raums? 

      Thomä, Jörg; Alhusen, Harm; Bischoff, Thore Sören; Matthies, Eike
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 53
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2021
      Die Digitalisierung gehört zu den großen Zukunftsthemen für Mittelstand und Handwerk. In diesem Zusammenhang wird häufig vermutet, dass gerade der ländliche Raum und die dort ansässigen Unternehmen beim Einsatz neuer, digitalbasierter Informations- und Kommuni- kationstechnologien (IuK-Technologien bzw. IKT) im Vergleich zu urbanen Regionen zurückbleiben. Dies wirft die Frage nach der Digitalisierung des Handwerks auf – denn für die wirtschaftliche, soziale und technologische Entwicklung von ländlichen Regionen sind gerade handwerkliche KMU von großer Bedeutung. Während bisherige Studien sich bereits das Digitalisierungsverhalten von Handwerksbetrieben angesehen haben, fehlte bislang eine Untersuchung, welche die Nutzung digitaler IuK-Technologien zwischen handwerk- lichen und nicht-handwerklichen KMU auf repräsentativer Basis vergleicht und dabei ins- besondere auch einen Blick auf die Lage im ländlichen Raum wirft. Die vorliegende Unter- suchung zeigt diesbezüglich, dass im Falle einer Betrachtung über alle Regionen und Wirt- schaftszweige hinweg Handwerksbetriebe gegenüber nicht-handwerklichen KMU bei der Umsetzung der digitalen Transformation kaum nachstehen. Vorliegende Nutzungsunter- schiede bei einzelnen IuK-Technologien lassen sich hauptsächlich auf die kleinbetrieb- licheren Strukturen im Handwerk zurückführen. Wird nur der ländliche Raum in den Blick genommen, fallen die Nutzungsunterschiede zwischen Handwerk und Nicht-Handwerk bei einer Reihe von digitalen Technologien noch geringer aus. Dies bestätigt, dass gerade Handwerksbetriebe ein wichtiges Potenzial von ländlichen Regionen darstellen. Ein relativ starkes Zurückfallen des Handwerks bei der Um- setzung der digitalen Transformation zeigt sich hingegen, wenn der Blick nur auf das Verarbeitende Gewerbe gerichtet wird. Eine mögliche Erklärung hierfür sind die Größen- nachteile der kleinen industrienahen Handwerksbetriebe. Gleichzeitig ist zu berücksich- tigen, dass das Digitalisierungsgeschehen im Handwerk sehr vielfältig ist. So zeigt eine empirische Typisierung, dass – im Einklang zum Reifegradmodell der Digitalisierung – von vier Digitalisierungstypen handwerklicher KMU auszugehen ist: „Analoge Betriebe“, „Digi- tale Beginner“, „Teilnehmer der Plattformökonomie“ und „Digitale Vorreiter beim Handwerk 4.0“. Diesbezüglich verdeutlicht eine räumliche Betrachtung, dass an der Plattformöko- nomie partizipierende Handwerksbetriebe eher in städtischen Regionen ansässig sind. Interessanterweise haben dagegen sowohl die „analogen“ Betriebe der ersten Gruppe als auch die „digitalen Vorreiter“ der vierten Gruppe in der Tendenz ihren Standort eher im ländlichen Raum. Am Beispiel des handwerklichen Mittelstands zeigt sich somit, dass die sog. „Digital Divide“-These (im Sinne einer digitalen Spaltung zwischen Stadt und Land) und die sog. „Death of Distance“-These (im Sinne der raumüberwindenden Wirkungen digitaler IuK-Technologien) offenbar gleichberechtigt ihre Gültigkeit haben.
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      Unternehmensübergaben im Handwerk bis 2030 

      Runst, Petrik; Thomä, Jörg
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 52
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2021
      Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels kann angenommen werden, dass im Handwerk die Zahl der geplanten Unternehmensübergaben in den kommenden Jahren steigen wird, während die Zahl der potenziellen Nachfolger/-innen zurückgeht. Zahlen zu künftig anstehenden Übergaben im Handwerk bilden damit eine wichtige Grundlage für handwerksinterne Weichenstellungen und handwerkspolitische Forderungen im Bereich des Existenzgründungs- und Nachfolgegeschehens. In diesem Zusammenhang wird in der vorliegenden Studie geschätzt, dass in den kommenden fünf Jahren im Handwerk etwa 125.000 Betriebe bzw. rund 78.000 Unternehmen zur Übergabe anstehen. Zusätzlich wird gezeigt, dass im Handwerk die Zahl der Unternehmensübergaben bis 2030 aufgrund der demografischen Entwicklung schrittweise ansteigen wird. Gleichzeitig schätzt ein nennens- werter Teil der übergabeinteressierten Altinhaber/-innen die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Übergabe angesichts verschiedener bestehender Hemmnisfaktoren als eher niedrig ein. Unter Fortschreibung der derzeitigen Status-quo-Bedingungen (d.h. unter der Annahme, dass entsprechende Anpassungen, Maßnahmen und Reaktionen ausbleiben), geht damit eine potenzielle Lücke auf der Nachfrageseite einher, da es im Projektionszeitraum zumin- dest noch an einer ausreichenden Zahl an Übernahmegründungen mangelt. Folglich bedarf es in der Zukunft verstärkter Übernahmegründungen im Handwerk, damit dem steigenden Angebot an potenziellen Unternehmensübergaben auch eine entsprechend große Anzahl an Nachfolger/-innen gegenübersteht. Die Studie schließt mit Schlussfolgerungen für die Handwerkspolitik.
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      Evaluation der Wirksamkeit von Meisterprämien im Handwerk 

      Runst, Petrik
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 51
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2021
      Mit der Einführung der Meisterprämien in verschiedenen Bundesländern seit 2013, die einen finanziellen Anreiz für eine abgeschlossene Meisterausbildung darstellen, wurde beabsichtigt, die Ungleichstellung zwischen universitärer und beruflicher Ausbildung im deutschen Bildungssystem abzubauen. Die vorliegende Studie untersucht, ob das Instrument darüber hinaus die Anzahl der Meisterprüfungen je 10.000 Einwohner erhöhen konnte. Verschiedene methodische Zugänge sowie eine Reihe von Spezifikationen lassen darauf schließen, dass die Prämien bisher nicht zu einer verstärkten Meisterausbildung im Handwerk beigetragen haben. Dies gilt im regionalen Vergleich ebenso wie für einzelne Handwerkszweige. Es ist daher anzunehmen, dass die bislang relativ geringe Höhe der Meisterprämien nicht ausreichte, um eine substanzielle Steigerung der Absolventenzahlen zu bewirken. Zum Ziel einer stärkeren finanziellen Gleichbehandlung von Studium und Ausbildung tragen die Meisterprämien hingegen bei.
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      Reparatur im Handwerk im Kontext der Nachhaltigkeitsforschung - ein Forschungsüberblick 

      Thonipara, Anita; Proeger, Till; Vosse, Corinna; Meub, Lukas; Ihm, Andreas
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 50
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2021
      Die Reparatur ist eine aus Nachhaltigkeitsperspektive zentrale Kompetenz des Handwerks. Die traditionellen Fähigkeiten und bestehenden Märkte für die Reparatur weisen dem Handwerk eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Strategien der Kreislaufwirtschaft zu, die auf verschiedenen politischen und administrativen Ebenen umgesetzt werden. Auf Forschungsebene ist die Reparatur im Handwerk selbst bislang wenig thematisiert worden, sodass eine interdisziplinäre Verknüpfung mit bestehenden Diskursen der Nachhaltigkeitsforschung nicht erfolgte. Dies erschwert jedoch die wissenschaftliche Begleitung der Verzahnung des Handwerks mit Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Entwicklung. Die vorliegende Studie stellt dafür einen Literaturüberblick vor, in dem zentrale Diskussionsstränge der Handwerks- und Nachhaltigkeitsforschung allgemein sowie speziell hinsichtlich ihrer Perspektive auf die Reparatur zusammengefasst werden. Im Anschluss werden Schnittmengen der disziplinären Diskurse herausgestellt, die Anknüpfungspunkte für künftige interdisziplinäre Vorhaben bilden.
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      Situation von frauengeführten Betrieben in der Corona-Krise 

      Haverkamp, Katarzyna; Dilekoglu, Kübra
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 49
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2021
      Die Corona-Krise traf die Handwerksunternehmen im Frühjahr 2020 völlig unerwartet und konfrontierte Unternehmerinnen und Unternehmer mit plötzlichen Auftrags- und Umsatzrückgängen und nachhaltiger Verunsicherung. Diese Studie untersucht die Situation von frauengeführten Betrieben im Berliner Handwerk vor dem zweiten Lockdown im Winter 2020/21. Auf Basis einer Interviewserie wird die Situation der Betriebe erfasst sowie individuelle und betrieblichen Bewältigungsstrategien, das Informationsverhalten in der Krise und die Rolle von Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen analysiert. Zentrale Ergebnisse sind dabei: - Der Ausbruch der Pandemie im Frühling 2020 sowie die damit verbundenen ersten Lockdown-Maßnahmen führten zu einer starken Verunsicherung der gewerblichen Wirtschaft und starken Umsatzeinbußen. Erholungseffekte im Sommer 2020 zeigten sich überwiegend in Handwerken für den privaten Bedarf und in Gesundheitshandwerken. Handwerke für den gewerblichen Bedarf berichten häufiger von einer nachhaltigen Auftragsschwäche. - Die Soforthilfe wurde sehr häufig in Anspruch genommen, positiv bewertet und stellte für die meisten Betriebe die zentrale Stabilisierungsmaßnahme dar. Die Überbrückungshilfen wurden nur vereinzelt in Anspruch genommen, da die Schwellenwerte für Umsatzrückgänge aus Handwerkssicht sehr hoch angesetzt waren. Nur einzelne Betriebe nutzten die Möglichkeiten der Stundungen, der Kreditaufnahme oder beantragten das Kurzarbeitergeld. Die Inanspruchnahme dieser Maßnahmen war mit höheren bürokratischen Hürden verbunden. - Informationen zu Hilfeprogrammen und erforderlichen Lockdown-Maßnahmen erreichten die Betriebe über vier Informationskanäle: Massenmedien, Newsletter (der Kammern, Verbände oder Berufsgenossenschaften), Unternehmensnetzwerke und Steuerberatende. Insbesondere die kompakte und zielgerichtete Informationsweiterleitung über Newsletter der Kammern und Berufs- genossenschaften wurde von den Betrieben positiv bewertet. - Betriebsinhaberinnen mit kleinen Kindern wurden im ersten Lockdown sehr stark belastet. Ein verlässliches Betreuungsangebot und angepasste Regelungen zum Elterngeld spielen für junge Unternehmerinnen eine zentrale Rolle. - Digitalisierungsmaßnahmen wurden in der Krise primär als Anpassungsreaktionen umgesetzt, nur vereinzelt kam es zur strategischen Neuausrichtung. Gleichzeitig berichten einzelne Betriebe von der Einstellung der Innovations- und Investitionstätigkeit. - Die betrieblichen Reserven wurden durch die Krise erheblich beansprucht; es fehlen in der Folge Mittel für die Geschäftsentwicklung und Zukunftsinvestitionen. - Zukunftsrisiken werden im Zusammenhang mit der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und mit der steuerlichen Behandlung der Zuschüsse geäußert. Auf Basis der Interviewergebnisse lassen sich folgende Schlussfolgerungen und Empfehlungen ableiten: - Zentrale Forderung der Befragten ist die bessere Planbarkeit, Verlässlichkeit und Kommunikation der öffentlichen Maßnahmen. Insgesamt zeigen die befragten Unternehmerinnen viel Verständnis für die Schwierigkeit der Lage, weniger Verständnis für häufige und kurzfristige Änderungen des bestehenden Regelwerks. - Als sehr hilfreich erweist sich aus betrieblicher Sicht eine gute Informationspolitik. Diese schließt sowohl eine gezielte Aufbereitung der Informationen für die gewerbliche Wirtschaft in den Massenmedien als auch kompakte Informationsverbreitung in Form von Newslettern der Kammern, Verbände und Berufsgenossenschaften ein. - Bei der Neuausrichtung von Hilfsprogrammen und Liquiditätshilfen gilt es, flexible Schwellenwerte für indirekt betroffene Unternehmen anzuwenden und die Regelwerke sowie Zugangskriterien zu vereinfachen. - Da die betrieblichen Reserven für zukunftsorientierte Investitionspolitik in der Krise übermäßig beansprucht wurden, gilt es auch, mittelfristig Förderprogramme für innovative Investitionstätigkeit zu verstärken. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich Unternehmerinnen seltener als Unternehmer in ihren Investitionsvorhaben auf Kredite verlassen, sodass Zuschussförderung als die bevorzugte Maßnahme zur Stärkung von frauengeführten Betrieben einzustufen ist. - Selbstständige Frauen in der Familiengründungphase sind auf eine verlässliche Betreuungssituation und krisenbedingte Anpassungen der Elterngeldregelungen angewiesen.
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      Ökonomische Reaktion des Handwerks in Baden-Württemberg auf die Corona-Krise 

      Alhusen, Harm; Haverkamp, Katarzyna; Proeger, Till; Runst, Petrik; Thomä, Jörg
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 48
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2021
      Die vorliegende Studie untersucht die ökonomische Reaktion des Handwerks in Baden- Württemberg auf die Corona-Krise anhand von mehreren Indikatoren. Betrachtet werden zum einen die Ein- und Austragungsdynamik in die Handwerkskammerverzeichnisse während der Corona-Krise und in Vergleichszeiträumen, die Altersstruktur sowie Eintragungsgründe. Zum anderen erfolgt eine Betrachtung der Gründungsfinanzierung in Deutschland und eine Analyse der Gründungsunterstützung in Baden-Württemberg sowie eine Betrachtung der Entwicklung der Meisterkurse und der erwarteten Absolventenzahlen. Auf Basis dieser Indikatoren zur Wirkung der Corona-Krise können Rückschlüsse auf Gründungen und Betriebsübernahmen im Handwerk in Baden-Württemberg gezogen werden. Die zentralen Ergebnisse der einzelnen Themenfelder können dabei wie folgt zusammengefasst werden: Auf Ebene der Eintragungen zeigt sich eine insgesamt leicht verringerte Gründungstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr. Diese erfasst primär das Ausbaugewerbe, sekundär die Gesundheits- und Lebensmittelhandwerke. Eine Analyse nach Anlagen der Handwerksordnung zeigt, dass der Gesamteffekt geringerer Eintragungen primär durch die Rückvermeisterung erklärbar ist. Abgesehen davon ist die gesamte und die unterjährige Gründungstätigkeit mit den Vorjahren vergleichbar. Im Gesamtergebnis wird der Trend wachsender Gründungszahlen der letzten Jahre im Jahr 2020 voraussichtlich gebrochen. Eine wöchentliche Analyse zeigt eine starke Reaktion der Gründungszahlen auf die Rückvermeisterung, nicht jedoch auf den Lockdown oder die darauffolgenden Einschränkungen des Wirtschaftslebens. Eine regionale Analyse zeigt, dass der Schwerpunkt der Gründungen auf den urbanen Räumen lag und die Reaktionsdynamik dort höher ausfiel als in ländlichen Regionen. Bei den Austragungen zeigt sich ein gegenteiliger Effekt: Insgesamt sinken die Austragungen moderat. Ein stärkeres Absinken zeigt sich im Ausbaugewerbe. In den Handwerken für den privaten Bedarf wird der Trend steigender Austragungen beendet. Bei den neu rückvermeisterten Handwerken zeigt sich ein deutliches Absinken der Austragungen bereits Ende 2019 in Antizipation der erneuten Meisterpflicht. Die wöchentliche Analyse zeigt eine moderate Reaktion auf die Rückvermeisterung eine stärkere Reaktion auf den ersten Lockdown im Frühling 2020 sowie Erholungseffekte im Jahresverlauf. Die Analyse der Altersstruktur zeigt ein Durchschnittsalter der Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber von 45,5 bei einem durchschnittlichen Alter der Betriebsaustragung von 62. Die Darstellung verdeutlicht die demografischen Herausforderungen des Betriebsbestands. Eine Analyse der Eintragungsgründe zeigt, dass die Betriebsübernahmen gegenüber den Neugründungen bisher eine nachrangige Rolle spielen. Im Hinblick auf die Gründungsfinanzierung in der Gesamtwirtschaft zeigt sich zunächst, dass die Gründungen – anders als im Handwerk – Corona-bedingt stark gesunken sind. Dies ist allerdings eher auf die schlechten Geschäftserwartungen zurückzuführen und nicht unmittelbar auf den fehlenden Zugang zu finanziellen Mitteln. Insgesamt gibt es starke Finanzierungsschwierigkeiten bei bestehenden Betrieben, die nur zum Teil durch öffentliche Mittel kompensiert werden können. Im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Gründungsfinanzierungen ist eher eine moderate Schwächung ersichtlich, aber kein generelles Finanzierungsproblem. Insgesamt sind folglich Gründungen erschwert aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage, nicht aber unmittelbar wegen des fehlenden Kreditzugangs für Neugründungen. Eine deskriptive Auswertung der Gründungsfinanzierungen durch die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg für das Handwerk in Baden-Württemberg zeigt, dass es keinen starken Effekt der Corona-Krise auf die Gründungsfinanzierung gibt. Die Anzahl der Anträge auf Gründungsförderung sind weitgehend gleichgeblieben; hingegen sinken die Bewilligungszahlen leicht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Gründe für die leicht verringerte Bewilligungsquote bleiben offen, wobei der Effekt insgesamt klein ist. Eine Betrachtung der Entwicklung der Meisterkurse zeigt, dass die Anzahl der Meisterprüfungen durch die Corona-Krise deutlich absinken wird. Dies ist bedingt durch ausfallende Meisterkurse und geringere Klassengrößen bei gleichzeitig höherer Nachfrage aus konjunkturschwachen Gewerken. Es ist daher anzunehmen, dass die verringerte Anzahl an Meisterprüfungen die Menge an potenziellen Gründern reduzieren wird und dadurch in den nächsten Jahren zu einem deutlichen Rückgang an neuen Betriebsgründungen führen kann.
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      Handwerksstruktur des ländlichen Raums - räumliche und gewerkespezifische Analyse Südniedersachsens 

      Bischoff, Thore Sören; Haverkamp, Katarzyna; Proeger, Till; Thonipara, Anita
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 47
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2020
      Handwerksbetriebe prägen die Wirtschaftsstrukturen in ländlichen Räumen, indem sie wichtige Aufgaben in der Ausbildung, im regionalen Innovationssystem sowie der Versorgung der Region wahrnehmen. Erfolgreiche Handwerksbetriebe können dabei als ökonomische „Stabilitätsanker“ für den ländlichen Raum wirken. Ein besseres Verständnis der räumlichen und gewerkespezifischen Handwerksstrukturen und der Rolle des dort ansässigen Handwerks ist somit für eine zielgerichtete Förderung ländlicher Räume von zentraler Bedeutung. Die vorliegende Studie leistet dazu durch die Analyse des Handwerks im ländlichen Raum der Region Südniedersachsen auf Basis verschiedener Datensätze einen Beitrag. Folgende Kernergebnisse hat die vorliegende Studie: 1. Die Region Südniedersachsen zeichnet sich durch eine überwiegend ländliche Struktur mit wenigen städtischen Räumen aus. Anhand mehrerer Indikatoren zeigt sich, dass die Untersuchungsregion repräsentativ für den ländlichen Raum Deutschlands ist. 2. Die Handwerksstruktur im ländlichen Raum ist vor allem durch das produzierende Handwerk geprägt, da die Betriebe dieser Handwerke überdurchschnittlich häufig im ländlichen Raum anzutreffen sind, während dienstleistungsnahe Handwerke häufiger im städtischen Raum angesiedelt sind. Besonders häufig sind im ländlichen Raum vertreten: Fleischer, Zimmerer, Dachdecker, Maurer, das Gewerbe „Einbau von genormten Baufertigteilen“, Tischler, Bäcker, Zentralheizungs- und Lüftungsbauer sowie Maurer und Betonbauer. 3. Zusätzlich haben die Lebensmittel- und Gesundheitshandwerke aufgrund ihrer Versorgungsfunktion eine hohe Relevanz für den ländlichen Raum. Die Gesundheitshandwerke sind dabei häufiger in urbanen Räumen angesiedelt, die Lebensmittelhandwerke häufiger im ländlichen Raum. 4. Aufgrund ihrer hohen Ausbildungsleistung im ländlichen Raum haben zudem Maler und Lackierer, Tischler, Metallbauer, Maurer und Betonbauer, Zimmerer, Dachdecker, Installateure und Heizungsbauer, Elektrotechniker sowie Bäcker eine hohe Bedeutung für die Wirtschaftsstruktur im ländlichen Raum. Obwohl nicht überproportional im ländlichen Raum vertreten, haben auch Kraftfahrzeugtechniker, Friseure, Feinwerkmechaniker, Landmaschinenmechaniker, Augenoptiker und Zahntechniker aufgrund ihres hohen Engagements in der Berufsbildung eine zentrale Rolle. Insgesamt stellt die Studie eine Gewerkeauswahl bereit, die für künftige wissenschaftliche Studien zur Analyse und Förderung des ländlichen Handwerks genutzt werden kann.
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    • Monograph

      Digitalisierung von kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland - ein Forschungsüberblick 

      Brockhaus, Carsten Philipp; Bischoff, Thore Sören; Haverkamp, Katarzyna; Proeger, Till; Thonipara, Anita
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 46
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2020
      Die Digitalisierung des deutschen Mittelstands gewinnt immer stärker an wirtschaftspolitischer Bedeutung. Die Förderung der Digitalisierung der vorwiegend kleinen und mittleren Unternehmen erfordert solide wissenschaftliche Grundlagen zu den Rahmenbedingungen und Mechanismen der betrieblichen Digitalisierung. Zu diesem Zweck gibt diese Studie einen kompakten Literaturüberblick über die bisherigen Erkenntnisse zur Digitalisierung im deutschen Mittelstand. Hierfür werden 70 Studien, zum Teil basierend auf zwei Meta-Studien, aus den Jahren 2013-2020 zusammengefasst und übergreifende Ergebnisse herausgestellt. Kernergebnisse sind dabei: - Grundsätzlich misst der Großteil der Unternehmen der Digitalisierung eine hohe Bedeutung zu, wobei Unternehmen mit geringerem Umsatz sowie Unternehmen des Baugewerbes der Digitalisierung tendenziell eine geringere Bedeutung beimessen. Die aktuellen Investitionen in Digitalisierung werden jedoch insgesamt als gering bewertet. - Digitalisierung wird von den Unternehmen auch als Chance gesehen. So erwartet ein Großteil der Mittelständler eine Vereinfachung von Prozessen und Betriebsabläufen und damit verbundene Effizienzgewinne, Kostenersparnisse sowie gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit. Auch die vielfältigen Individualisierungsmöglichkeiten werden als Chance erachtet. - Der Grad der Digitalisierung unterscheidet sich zwischen den Wirtschaftszweigen. Unternehmen, die den Wirtschaftszweigen Informations- und Kommunikations-technologie, Finanzdienstleistung und Handel zugerechnet werden, verzeichnen signifikant höhere Digitalisierungsgrade als beispielsweise Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Baugewerbes oder des Gesundheitswesens. Ebenso weisen größere Unternehmen und umsatzstärkere Unternehmen einen höheren Digitalisierungsgrad auf. - Die Unternehmen bewerten den Nutzen von digitalen Technologien innerhalb des Rechnungswesens, des Vertriebs sowie des Beschaffungswesens am höchsten. Dahingegen scheint der Nutzen innerhalb der Strategieentwicklung, der Produktion sowie in der Personalabteilung am geringsten zu sein. - Studienübergreifend zeigt sich, dass in nahezu allen Unternehmen ein gewisses Maß an Unsicherheit oder Skepsis insbesondere bezüglich der IT-Sicherheit und des Cloud-Computings herrscht. - Haupthemmnisse für die Digitalisierung sind die IT-Sicherheit, der Datenschutz, ein hoher administrativer Aufwand, welchen kleine und mittlere Unternehmen oft nicht leisten können, sowie die schwere Einschätzbarkeit der Kosten und Unklarheit bezüglich der Wirtschaftlichkeit der Digitalisierungsmaßnahmen. Auch die Verfügbarkeit von ausreichend qualifiziertem Personal sowie der Mangel an digitaler Infrastruktur stellen Hemmnisse dar.
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    • Monograph

      Handlungsfelder für die Digitalisierung des Handwerks in Südniedersachsen 

      Bizer, Kilian; Proeger, Till; Thonipara, Anita
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 45
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2020
      Aufgrund der gewichtigen Rolle von Handwerksbetrieben für die regionale Wirtschaftsleistung in Südniedersachsen spielt die Digitalisierung des Handwerks und damit dessen Innovations- und Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle für die regionale Wettbewerbsfähigkeit. Die Studie basiert auf mehreren empirischen Analysen über die Digitalisierung des Handwerks in Südniedersachen und Deutschland insgesamt und formuliert übergreifende Ergebnisse und Handlungsfelder. Diese definieren die zentralen Bereiche der unternehmenseigenen Digitalisierung sowie der Digitalisierungspolitik, die sich in den zu Grunde liegenden Untersuchungen zeigten. Die zentralen Bereiche sind: (1) Der Einstieg in Digitalisierungsprozesse, dessen Erfolg für den weiteren Verlauf von Digitalisierungsbemühungen entscheidend ist. Es ist dabei zwischen dem grundlegenden Einstieg bei bislang wenig bis nicht digitalisierten Betrieben und der gezielten Förderung bereits digital innovativer Betriebe zu unterscheiden, wobei jeweils unterschiedliche Formate, Zielrichtungen und Trägerinstitutionen erforderlich sind. (2) Das digitale Marketing als ein aktuell hochrelevanter Teilbereich der Digitalisierung, der einen niedrigschwelligen, leicht nachvollziehbaren Bereich darstellt, der dennoch weitere, darauf aufbauende Digitalisierungsschritte ermöglicht. (3) Die Digitalisierungs- beratung ist insbesondere bei den kleinen Betrieben des Handwerks entscheidend, da sie die größenbedingten Nachteile bei der Umsetzung von Digitalisierungsschritten kompen- sieren kann. Sie organisiert den Zugang zu Fördermitteln, die Kontakte zu regionalen Netz- werken und eine umfassende Begleitung des Betriebs und seiner Entwicklung. (4) Die Rolle der Mitarbeiterqualifikation sowie Aus- und Weiterbildung zeigt sich als eine weitere zentrale Erfolgsbedingung betrieblicher Digitalisierung im Handwerk. Geeignete Formate können das Bewusstsein für den digitalen Wandel der Berufsbilder fördern, Fähigkeiten vermitteln und ggf. branchenübergreifend und interdisziplinär den Wissenstransfer in die Betriebe fördern. Die aus den empirischen Ergebnissen des Forschungsprojekts abgeleiteten Handlungs- felder können somit als Grundlage für regionale Diskussionen zur weiteren Förderung der digitalen Transformation von Handwerksbetrieben und damit der Erhöhung der regionalen Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit genutzt werden.
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    • Monograph

      Resilientes Handwerk? Auswirkungen der Corona-Krise und der Rückvermeisterung auf die Betriebsdynamik 

      Haverkamp, Katarzyna; Runst, Petrik; Proeger, Till
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 44
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen: Göttingen, 2020
      Die ökonomischen Effekte der Corona-Maßnahmen haben auch das Handwerk in hohem Maße betroffen. Neben Umsatzverlusten hat dies auch strukturelle Wirkungen, die anhand der Gründungen und Austragungen in den Handwerksrollen abgebildet werden können. Im Anschluss an eine erste Studie im Sommer 2020 präsentiert diese Analyse Daten zu Ein- und Austragungen in die Handwerksrollen von dreizehn Handwerkskammern von 2007 bis 2020 mit einem besonderen Fokus auf die wöchentliche Entwicklung im Jahr 2020. Hierbei kann die strukturelle Wirkung des Lockdowns, der Hilfsmaßnahmen, aber auch der Novellierung der Handwerksordnung vom Februar 2020 identifiziert werden. Die zentralen Effekte sind dabei: • Die Eintragungen sinken im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen in 2020 deutlich ab: im Zeitraum von März bis August um 14 %; im Zeitraum von Januar bis August um 8 %. Es zeigt sich ein Erholungseffekt bei den Eintragungszahlen nach dem tiefen Einschnitt im April. • Bei den Eintragungen zeigt sich eine Überlagerung der Effekte von Novellierung der Handwerksordnung und Corona-Folgen. Die Rückgänge der Eintragungen können zu einem erheblichen Teil als Reaktion auf die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Handwerken gesehen werden: o Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (März-August) geht die Zahl der Eintragungen in den rückvermeisterten Handwerken um 70 % zurück. o Die A-Handwerke, welche seit 2004 unverändert zulassungspflichtig sind, weisen mit -7 % eine geringere Reaktionsstärke auf. o Bei den Handwerken der Anlage B1 und B2 ist keine negative Entwicklung beobachtbar; die Eintragungszahlen für das Jahr 2020 liegen sogar über den Werten des Vorjahres. • Die Auswertung nach Konjunkturgruppen zeigt allerdings, dass der Gesamteffekt nicht allein durch die Novellierung bedingt ist. Der stärkste Rückgang (März-August 2020 gegenüber Vorjahresperiode) ist in den Ausbauhandwerken (-33 %) zu verzeichnen. Geringere Eintragungswerte zeigen sich jedoch auch im nicht betroffenen Lebensmittelgewerbe (-25 %), im Gesundheitsgewerbe (-13 %) und dem Kfz-Gewerbe (-10 %). Beim Baugewerbe (+-0 %) sowie den Handwerken für den privaten (-3 %) und gewerblichen Bedarf (+1 %) sind kaum Unterschiede feststellbar. • Bei den Austragungen zeigt sich im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr ein deutlicher Rückgang der Abgänge (-21 %). • Zwischen März und August 2020 sind gegenüber dem Vorjahr 25 % weniger Betriebe aus den Handwerkskammerverzeichnissen gelöscht worden. • Der stärkste Rückgang im Vergleich zum Vorjahr fand in der Gruppe der rückvermeisterten Handwerke statt (-35 %). Ebenfalls hohe Rückgänge weisen die Gruppen der Handwerke nach Anlage B1 (-27 %), B2 (-22 %) und A (-18 %) auf. • Insgesamt ist festzuhalten, dass die geringere Zahl an Eintragungen primär auf die Novellierung der Handwerksordnung und nur sekundär auf die Auswirkungen der Corona-Krise zurückzuführen ist. Die deutlich abgesunkenen Austragungszahlen wiederum können primär auf die umfassenden finanziellen und rechtlichen Unterstützungs¬maßnahmen im Rahmen der Corona-Krise, sekundär auf die Novellierung der Handwerksordnung zurückgeführt werden. Bislang zeigt sich das Handwerk somit als sehr resilient im Hinblick auf die Krisenfolgen, insbesondere da ein erheblicher Teil der ökonomischen Effekte auf die Novellierung der Handwerksordnung zurückzuführen ist.
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    • Monograph

      Indikatoren für Lern- und Innovationsprozesse in kleinen und mittleren Unternehmen 

      Alhusen, Harm; Proeger, Till; Bizer, Kilian
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 43
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2020
      Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind ein zentraler Bestandteil des deutschen Mittelstands und tragen mit ihrer Innovationskraft bedeutend zur Leistungsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft bei. Dabei basiert die Innovationsfähigkeit von KMU oft weniger auf formaler Forschung und Entwicklung (F&E), sondern auf dem Zusammenspiel einer Vielzahl von Lernprozessen mit verschiedenen Akteuren. Für dieses Innovationsmodell wurde das Konzept des „learning by doing - using - interacting“ vorgeschlagen. Basierend auf diesem breiten Lern- und Innovationskonzept sowie einer Serie von Unternehmensinterviews schlagen wir ein Indikatorenset vor, mit dem die Innovationstätigkeit in KMU ohne formale F&E umfassender abgebildet werden kann. Das vollständige Indikatorenset mit formulierten Items findet sich im Anhang dieses Beitrags.
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    • Monograph

      Zum beruflichen Selbstbild und zur Arbeits- und Lebenszufriedenheit im Handwerk in Deutschland 

      Blankenberg, Ann-Kathrin; Binder, Martin
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 42
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, 2020
      Die Arbeit im Handwerk unterscheidet sich von vielen anderen Berufen durch Arbeitsmerkmale, die stark prägend für das berufliche Selbstbild sind und außerdem positiv das Wohlbefinden der Arbeitnehmer beeinflussen können. Dazu zählt, dass Handwerker die Ergebnisse ihrer Arbeit sehen können, und sie die Möglichkeit haben, das gesamte Werkstück (und nicht nur einen kleinen Teil davon) eigenständig herzustellen. Dadurch nehmen sie ihre Arbeit als nützlich und sinnstiftend wahr. Angesichts von Untersuchungen, die zeigen, dass Arbeit in manchen Berufszweigen zunehmend als sinnlos empfunden wird, ist es von großer Bedeutung zu verstehen, welche Facetten der Arbeit die Schaffung einer starken beruflichen Identität ermöglichen, die dazu führt, dass Arbeit als sinnvoll und befriedigend erlebt wird. Die Studie hat dieses Forschungsziel und nutzt dafür eine deutschlandweite Umfrage im Handwerkssektor mit rund 2000 Teilnehmern. Der Fokus der Datenerhebung lag dabei darauf, einen Einblick in das berufliche Selbstbild und die Arbeitszufriedenheit der im deutschen Handwerk Beschäftigten zu erhalten. Diese zeichnen sich in der Befragung durch ein stark ausgeprägtes berufliches Selbstbild aus und identifizieren sich stark mit ihrer handwerklichen Tätigkeit. Dabei weisen Beschäftigte im Handwerk eine hohe Arbeitszufriedenheit auf. Die Arbeitszufriedenheit kann in Teilen mit der Ganzheitlichkeit der Arbeit, dem Fokus auf manuelle Tätigkeit, der Wahrnehmung der Sinnhaftigkeit der Tätigkeit sowie einer hohen wahrgenommenen Autonomie in Zusammenhang gebracht werden.
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    • Monograph

      Digitalisierung des Handwerks in Niedersachsen - Sonderauswertung des Digitalisierungs-Checks des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk 

      Runst, Petrik; Proeger, Till
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 41
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen: Göttingen, 2020
      Die „Bedarfsanalyse Digitalisierung“ des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk (KDH) ermöglicht die strukturierte Analyse des Digitalisierungsgrads von Handwerksunternehmen. Die vorliegende Studie wertet die Eingaben teilnehmender Betriebe aus Niedersachsen aus und vergleicht diese mit anderen Bundesländern. Hierbei werden die Digitalisierungsbereiche Kunden und Lieferanten, interne Prozesse, Geschäftsmodelle, Mitarbeiter sowie IT-Sicherheit differenziert betrachtet und nach Umsetzungsgrad, wahrgenommener Relevanz und daraus abgeleitetem Digitalisierungspotenzial ausgewertet. Folgende zentrale Ergebnisse zeigen sich für die teilnehmenden niedersächsischen Handwerksbetriebe: 1. Die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen liegt in Niedersachsen leicht unter dem Bundesdurchschnitt, die Wahrnehmung von Handlungsbedarfen jedoch deutlich darüber. Daraus ergeben sich erhebliche Digitalisierungspotenziale für die teilnehmenden niedersächsischen Betriebe. 2. Bei Betrachtung von Digitalisierungsbereichen zeigt sich, dass das Digitalisierungspotenzial insbesondere in den Bereichen Prozessdigitalisierung, digitale Geschäftsmodelle und Einbindung der Mitarbeiter in Niedersachsen überdurchschnittlich hoch ist. 3. Bei der Umsetzung sind insbesondere IT-Schulungen für Mitarbeiter und die digitale Bearbeitung von Kundenprozessen unterdurchschnittlich ausgeprägt. Gleichzeitig wird den Bereichen interne Verarbeitung von Kunden- und Prozessdaten, Kommunikation über digitale Endgeräte und die Schulung der Mitarbeiter eine überdurchschnittlich hohe Relevanz zugemessen. 4. Die höchsten Digitalisierungspotenziale zeigen sich daher für die Bereiche interne Verarbeitung von Kunden- und Prozessdaten, Kommunikation über digitale Endgeräte und die IT-Schulung der Mitarbeiter.
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    • Monograph

      Digitalisierungsmuster der SHK-Gewerke - Sonderauswertung des Digitalisierungs-Checks des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk 

      Runst, Petrik; Proeger, Till
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 40
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen: Göttingen, 2020
      Im Auftrag des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk (KDH) wurde durch das ifh Göttingen eine Auswertung der Angaben der an der Bedarfsanalyse Digitales Handwerk teilnehmenden Betriebe im Bereich Sanitär, Heizung, Klima (SHK) erstellt und deren Eingaben mit anderen handwerklichen Branchen verglichen. Die Bedarfsanalyse Digitales Handwerk unterstützt in Form eines Digitalisierungs-Checks Handwerksbetriebe bei der zielgerichteten Digitalisierung in den Bereichen Kunden und Lieferanten, interne Prozesse, Geschäftsmodelle, Mitarbeiter sowie IT-Sicherheit und ermöglicht gleichzeitig eine ökonomische Analyse der Digitalisierungsmuster im Handwerk. Folgende Kern-Ergebnisse lassen sich für die teilnehmenden SHK-Betriebe ableiten: 1. Die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen ist für die teilnehmenden Betriebe der SHK-Gewerke nur leicht höher als in anderen Branchen des Handwerks. Es wird der Digitalisierung eine durchschnittliche Relevanz zugeschrieben. 2. Die Relevanz der Digitalisierungsmaßnahmen wird für den Bereich der Einbindung von Mitarbeitern und der Prozessdigitalisierung als am höchsten, für die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle als am geringsten angegeben. 3. Im Bereich der Digitalisierung der Kundenbeziehung wird der höchste Handlungsbedarf im Bereich der Online-Anwendungen für die Kundengewinnung und der Kundenbewertungstools gesehen. 4. Die Prozessdigitalisierung ist ein wichtiger Bereich für die teilnehmenden Betriebe. Zentrale Handlungsbereiche sind die interne Kommunikation über mobile Endgeräte, die digitale Koordination und Planung von Arbeitseinsätzen sowie die digitale Prozessdokumentation. 5. Digitale Geschäftsmodelle werden als insgesamt weniger relevant eingeschätzt, einzig im Bereich der individuellen IT-Lösungen werden Handlungsbedarfe wahrgenommen. 6. Die Einbindung der Mitarbeiter ist der wichtigste Teilbereich für die Betriebe, mit den höchsten Umsetzungsgraden und der höchsten empfundenen Relevanz. Besonderer Handlungsbedarf besteht bei der Schulung in IT-Sicherheit, der Nutzung von Prozessdaten durch die Mitarbeitenden sowie im Hinblick auf die allgemeine Akzeptanz und Unterstützung durch die Mitarbeitenden bei der Einführung von neuer IT.
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    • Monograph

      Digitalisierungsmuster im Handwerk - Eine regionale und sektorale Analyse des Digitalisierungs-Checks des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk 

      Runst, Petrik; Proeger, Till
      Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung; 39
      Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen: Göttingen, 2020
      Im Auftrag des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk (KDH) hat das ifh Göttingen eine ökonomische Auswertung der durch den Digitalisierungs-Check gewonnenen Daten erstellt. Dieser Check in Form einer Bedarfsanalyse unterstützt Handwerksbetriebe bei der Analyse ihrer Digitalisierungspotenziale in den Bereichen Kunden und Lieferanten, interne Prozesse, Geschäftsmodelle, Mitarbeiter sowie IT-Sicherheit. Der Digitalisierungs-Check kann online eigenständig oder mit Betriebsberatern des Handwerks ausgefüllt werden. Die Eingaben von über 1.000 Betrieben ermöglichen eine regionale und sektorale Analyse von Digitalisierungsmustern im deutschen Handwerk. Aus dieser ökonomischen Auswertung lassen sich folgende Kernergebnisse sich ableiten: - Handwerke des gewerblichen Bedarfs, Lebensmittelhandwerke sowie das Ausbauhandwerk weisen das höchste Digitalisierungspotenzial auf, welches durch die Lücke zwischen der Umsetzung und der subjektiv eingeschätzten Relevanz von Maßnahmen gemessen wird. Das Gesundheitsgewerbe und die Handwerke für den privaten Bedarf verzeichnen hingegen nur eine geringe Lücke zwischen empfundener Relevanz und der Umsetzung. Die Lebensmittelhandwerke sehen eine erhöhte Relevanz der Digitalisierung im Teilbereich Kunden und Lieferanten. Das Ausbauhandwerk und die Handwerke für den gewerblichen Bedarf zeigen hohe Potenziale in den Teilbereichen interne Prozesse und Mitarbeiter. - Auf Ebene der Handwerkszweige fallen die Metallbauer und die Zimmerer durch ein hohes Digitalisierungspotenzial auf. - Die Einzelmaßnahmen „interne Kommunikation über mobile Endgeräte“ sowie „Arbeitseinsätze digital koordinieren und planen“ bieten über alle Handwerksgruppen und -zweige das höchste Handlungspotenzial. - Die in Tabelle 3 und 4 ausgewiesenen Relevanzen und Digitalisierungspotenziale bzw. -bedarfe bieten Beratern die Möglichkeit, konkrete Förderbedarfe der einzelnen Branchen zu ermitteln. - Auf Basis der genutzten Daten kann ein Vier-Stufen-Modell von betrieblichen Digitalisierungstypen erstellt werden, das den Verlauf von weniger zu stärker digitalisierten Betrieben beschreibt. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass auf der niedrigsten Stufe grundlegenden IT-Sicherheitsvorkehrungen eine zentrale Rolle zu spielen scheinen. Mit aufsteigendem Digitalisierungsgrad zeigt sich, dass vor allem die Mitarbeitersensibilisierung und -fortbildung entschieden vorangetrieben wird. Auf der höchsten Stufe wird besonderer Wert auf die interne Prozessdigitalisierung gelegt. - Kleine Unternehmen sind an der Digitalisierung von kundenbezogenen Maßnahmen interessiert. Die Digitalisierung interner Prozesse scheint hingegen erst für größere Unternehmen (ab 250.000 Euro Jahresumsatz und mit über 20 Mitarbeitenden) interessant zu sein. - Auf der vorliegenden Datengrundlage werden regionale Unterschiede sichtbar. Während die Umsetzung vor allem in den wirtschaftlich stärkeren und dichter besiedelten (urbanen) Bundesländern wie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen vorangeschritten ist, scheinen die östlichen Bundesgebiete (ohne Berlin) eine geringere Umsetzung und empfundene Relevanz von Digitalisierungsmaßnahmen aufzuweisen.
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