Der vorliegende Band enthält die Referate des am 10. Dezember 2010 veranstalteten
9. Göttinger Workshops zum Familienrecht, der die aktuelle Novellierung des Vormundschaftsrechts
zum Gegenstand hatte.
Den Auftakt bildete die Darstellung des Reformbedarfs im Vormundschafts- und
Pflegschaftsrecht (Gisela Zenz), gefolgt von der Erläuterung des Gesetzentwurfs der
Bundesregierung (Thomas Meyer). Im Anschluss wurde der Frage nachgegangen,
ob und inwieweit das Betreuungsrecht als Vorbild für das neue Vormundschaftsrecht
herangezogen werden kann (Dieter Schwab). Einen Perspektivwechsel weg
vom Gesetzgeber und hin zum Mündel forderte der nachfolgende Beitrag, der die
Auswahl des passenden Vormunds für den individuellen Mündel thematisierte (Barbara
Seidenstücker). Abschließend wurden die strukturellen Probleme auf Seiten der
Jugendämter aufgezeigt (Hans-Werner Pütz) und das im Gesetzgebungsverfahren
vernachlässigte Problem beleuchtet, welche Konsequenzen sich aus dem Gesetzentwurf
für die Ergänzungspflegschaft ergeben (Thomas Meysen).
The information and risk society poses a new challenge for the law in all its fragments. Modern media communication and technologies increase people’s prosperity while stating new risks with not uncommonly devastating crisis-potential: The banking crisis, the safety net for the euro zone and the nuclear incident in Fukushima are only the latest forms of those specific modern common dangers which the law is facing – in many cases due to it’s domestically limited validity - not or not sufficiently prepared. In order to promote the international dialog within the jurisprudence there was a conference in October 2010 held by the faculty of law of the Georg-August-Universität, supported by the chair of GAU, together with the faculty of Seoul National University School of Law discussing main issues of law in a modern information and risk society. With this volume the results of this convention shall be made accessible to everybody interested. Thereby it illustrates not only the variety of new issues and aspects, but also reveals that this can only be the beginning on the way to a deeper understanding of the complex correlations. Volume 10 in the series „Göttinger Juristische Schriften“ The series is published by the Faculty of Law of the Georg-August-Universität Göttingen und makes events at the faculty publicly available.
Die Europäisierung des Zivilprozesses ist vom Schlagwort zur Realität geworden. Dennoch verfügt die Europäische Union über keine eigene Zivilgerichtsbarkeit. Zivilprozesse werden vielmehr von den Gerichten der Mitgliedstaaten entschieden. Der zunehmende Zugriff des europäischen Gesetzgebers auf das Prozessrecht stellt daher eine gewaltige Herausforderung für die nationalen Prozessordnungen dar. Sie wurden auf mehreren Forschungstagungen an der Georg-August-Universität Göttingen und an der Eötvös-Lorand-Universität Budapest aus deutscher und ungarischer Sicht intensiv diskutiert. Im Fokus standen dabei die Wechselwirkungen zwischen europäischem Recht und den durchaus unterschiedlichen Traditionen der nationalen Zivilprozessordnungen. Die Referate dieser Tagungen werden mit dem vorliegenden Band allen Interessierten zugänglich gemacht. Band 11 der Reihe „Göttinger Juristische Schriften“ Die Reihe wird von der Juristischen Fakultät der Georg-August-Universität herausgegeben und macht Veranstaltungen an der Fakultät einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich.
Göttinger Studien zu den Kriminalwissenschaften ; 20; . Universitätsverlag Göttingen
In Zeiten knapper werdender finanzieller Ressourcen innerhalb des sozialversicherten Gesundheitssystems und der Sorge vor immer weiter um sich greifender „Rationierung“ wecken Berichte über ärztliche Abrechnungsbetrügereien, „Fangprämien“ von Krankenhäusern (für die Überweisung von Patienten) sowie das „Pharmamarketing“ verstärkte Aufmerksamkeit. Mit Rücksicht auf die z.T. außerordentlich hohen Schadenssummen liegt der Ruf nach harter Bestrafung nahe, doch kommt das Strafrecht stets zu spät und vermag vor allem den immateriellen Vertrauensverlust nicht zu kompensieren. Die Suche nach Instrumenten einer effektiven Korruptionsprävention verdient daher weit größere Beachtung, infolgedessen aber ebenso die Frage nach dem tatsächlichen Kriminalitätsgeschehen und nach möglichen „Stellschrauben“ für präventiv wirkende Interventionen. Die Beiträge dieses Bandes, hervorgegangen aus der jüngsten (am 8. Juli 2011 veranstalteten) Jahrestagung des Göttinger Instituts für Kriminalwissenschaften, präsentieren die hierzu bisher vorliegenden Erkenntnisse auf aktuellstem Stand. Sie mögen der interessierten Öffentlichkeit einen seriösen, nicht vom Antrieb massenmedialer Skandalisierung getrübten Einblick in das Ausmaß und die Erscheinungsformen korruptiven Verhaltens im Gesundheitswesen geben und den Experten Anregungen für fruchtbare weiterführende Diskussionen und innovative Problemlösungen.
Das neue Gendiagnostikgesetz vom 31. Juli 2009 wirft im Spannungsfeld divergierender Perspektiven, insbesondere im Zwiegespräch von Humangenetik und Rechtswissenschaften be-deutsame Fragen u.a. über die Ausgestaltung der genetischen Beratung, die Aufgaben der neu geschaffenen Gendiagnostikkommission oder hinsichtlich der vorgeburtlichen genetischen Diagnostik auf. Zugleich stehen auch die klassischen arztrechtlichen Aspekte der ärztlichen Aufklärung und Einwilligung sowie solche aus dem Bereich des Datenschutzes im Mittel-punkt des Interesses. Dieses facettenreiche Spektrum an Fragestellungen war im November 2010 Gegenstand eines Göttinger Workshops zum Medizinrecht, gemeinsam veranstaltet vom Institut für Humangenetik (Medizinische Fakultät) und vom Zentrum für Medizinrecht (Juris-tische Fakultät). Die Beiträge und Ergebnisse dieser Fachtagung werden im vorliegenden Band der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.