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  • KZfSS Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie; Vol. 63, No. 4, p. 649-673. VS-Verlag
    Mit seinem Buch A Secular Age hat der Sozialphilosoph Charles Taylor einen aufsehenerregenden Alternativentwurf zum klassischen Säkularisierungsparadigma vorgelegt. Das Ziel dieses Artikels ist es, ihn auf die religionssoziologische Diskussion um Säkularisierung und deren verschiedenen Teilprozesse zu beziehen. Es werden drei Ansprüche formuliert, an denen Alternativentwürfe zu messen sind. Erstens müssen sie verständlich machen, warum „Säkularität“ zu einer so wichtigen Selbstbeschreibungskategorie moderner Gesellschaften werden konnte. Zweitens müssen sie das in Jahrzenten religionssoziologischer Forschung akkumulierte Wissen über Entkirchlichung mit den von Kritikern hervorgehobenen Befunden genuin moderner religiöser Vitalität integrieren. Und drittens müssen sie die vielfältigen Muster der Differenzierung religiöser und politischer Ordnung im Gesellschafts- und Kulturvergleich beschreiben und erklären können. In kritischer Auseinandersetzung mit Taylor werden Grenzen kulturalistischer Theorien moderner Säkularität und bleibende Aufgaben historisch-soziologischer Forschung zu Religion in der Moderne identifiziert.
  • Das Buch schildert die verschlungenen Wege der Meeresschnecke Melo im Westteil der Insel Neuguinea, in der indonesischen Provinz Papua. Zahlreiche Etappen dieser Wege durch die zerklüfteten und schwer zugänglichen Bergtäler und an der Südküste der Insel, aber auch in Museumssammlungen in Europa hat die Autorin selbst verfolgt und erforscht. Die Meeresschnecke Melo ist in den Küstengewässern Neuguineas beheimatet. Die kulturellen Erscheinungsformen ihrer Schale wurden aber, wie Museumsobjekte in europäischen Sammlungen belegen, auch in weit abgelegenen Tälern des Hochlandes im Innern der Insel gefunden. Auf den Spuren der Melo-Schnecke hat die Autorin Verbindungen hergestellt zwischen „immobilen“ Museumsobjekten im „Hier“ und dynamischen kulturellen Aneignungs- und Umdeutungsprozessen im „Dort“. So war es ihr möglich, frühkoloniale Verhältnisse, Handelswege, Tauschaktionen, Verwendungs- und Bearbeitungsformen in Neuguinea nachzuzeichnen und mit aktuellen Erscheinungsformen der Schale, etwa im katholischen oder touristischen Kontext, zu kontrastieren. In einer Reihe von Essays beschreibt sie Etappen von Wegen der Melo- Schnecke, die räumlich und zeitlich an unterschiedlichen Punkten einsetzen und enden. Literarisch gefärbte Passagen wechseln sich dabei mit unterschiedlichen theoretischen Ansätzen ab. So ist es gerade das Fragmentarische dieser Ethnografie, welches das Thema immer wieder neu und auf spannende Art zu beleuchten vermag.
  • Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage: Wie ist der Schutz von Kulturgütern in Lateinamerika rechtlich geregelt, und in welcher Weise werden indigene Kulturgüter innerhalb solcher Regelungen berücksichtigt? Die Frage besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil betrifft eine vergleichende Analyse der geltenden Regelungen über den Schutz materieller Kulturgüter Lateinamerikas. Unterstrichen wird dabei ein Aspekt des Rechtsschutzes von Kulturgütern, nämlich die Regelung des Eigentums. Der zweite Teil der Frage, der sich auf die Berücksichtigung der materiellen Kulturgüter der indigenen Völker bezieht , wird bei der Untersuchung der verschiedenen Rechtsinstrumente beachtet. Dabei geht die Arbeit von der Annahme aus, dass die indigenen Völker ein Interesse an der Kontrolle der mit ihrer Kultur verbundenen Güter haben, welches von den Rechtsnormen in der Regel nicht in Betracht gezogen wird.
  • Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage nach den sozialen Praxen und gesellschaftlichen Bedeutungen von Schönheit bei den Karo Batak in Sumatra, Indonesien. In Tanah Karo, einer agrarisch geprägten Hochebene, säumen Aerobic- Studios und Schönheitssalon die Straßen der zwei Kleinstädte Berastagi und Kabanjahe. Weibliche Schönheit in Form von Femininität gilt als modern. Moderne Weiblichkeit, die ihren Ausdruck in einem schönen Körper findet, wird durch ein komplexes Bündel von Diskursen und Praxen lokaler, nationaler und globaler Provenienz konstituiert. Ausgehend vom Körper, der als die vermittelnde Instanz zwischen Diskursen und Praxen verstanden wird, analysiert die Verfasserin die Komplexität des Themas Schönheit und Modernität aus Perspektive der Akteurinnen. Welche Ziele verfolgen sie mit der strategischen Aneignung des Ideals der modernen Weiblichkeit? Wie strukturieren soziale Positionen die jeweiligen Aneignungsprozesse? Die Verfasserin zeigt, wie die zunehmende Bedeutung von Schönheit mit Transformationen im Bereich der Geschlechterverhältnisse, des Konsums und der sozialen Differenzierung verknüpft ist. Moderne Weiblichkeit konstituiert sich an der Schnittstelle ästhetischer, aber vor allem auch sozialer, ökonomischer, kultureller, religiöser und moralischer Diskurse. Das zentrale Motiv der Akteurinnen für die Aneignung von als modern erachteten Schönheitsidealen stellt die Erweiterung der eigenen Handlungsfähigkeit in der patrilinearen Gesellschaft der Karo Batak dar. Die jeweiligen sozialen Positionen führen zu unterschiedlichen Formen der Aneignung, die in verschiedenen Formen moderner Weiblichkeit resultieren. Am Beispiel von Frauen der städtischen Mittelschicht, jungen Frauen vom Land und waria, Menschen mit weiblicher transgender-Identität, werden diese Aneignungsprozesse und ihre gesellschaftlichen Bedeutungen vergleichend diskutiert. Die Globalisierung von Schönheit, so lässt sich resümieren, bringt – selbst auf begrenzter lokaler Ebene – verschiedene moderne Weiblichkeiten hervor.

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